Und der Engel kam zu ihr herein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir! Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das?

Du bist der Gruß des Engels. Warum erschrickt Maria über dich?

Sie erschrickt nicht über mich, sondern über meine Worte „Du Begnadete“. So eine Anrede ist meist mit einem Auftrag verbunden. Das ist ja auch diesmal so. Sie weiß nicht, was da auf sie zukommt und ob sie dem gewachsen ist.

Der Mensch erschrickt, wenn ihm Unvorhergesehenes widerfährt. Das ist schon im ganz normalen Leben so. Wie viel mehr aber, wenn das Unerwartete die Stimme Gottes ist, die ihn trifft!

Ich wollte sie nicht erschrecken. Ich dachte, sie freut sich, wenn Gott ihr so nahe ist. Wie oft hat sie sich in ihrem Gebet danach gesehnt, Gott mehr zu spüren. Und nun fürchtet sie sich vor seiner Nähe, das wollte ich nicht.

Wann immer ein Engel erscheint und der Himmel die Erde berührt, erschrickt der Mensch zunächst einmal. Unsere ersten Worte sind deshalb meist: „Fürchte dich nicht!“