Ingrun Köb: unsere neue Taijiquan-Lehrerin

St. Martin hat ab Herbst 2011 eine neue Tajiquan-Lehrerin, nachdem Jürgen Licht nach vielen Jahren und zahlreichen Kursen bei uns in St. Martin aufgehört hat. Ingrun Köb, Rheinländerin in München und promovierte Archäologin und Altphilologin, arbeitet als IT-Expertin an der Uni. „Daneben“ ist sie Taijiquan- und Qigong-Lehrerin. Die Katholikin versteht sich selbst als stets suchend und interessiert an Religion und Spiritualität. Sie sagt: "Taijiquan ist für mich ein Übungsweg zu Gesundheit, Selbstkultivierung und Spiritualität."

Was ist Taijiquan? Taijiquan ist ein traditionelles, chinesisch-taoistisches Übungssystem, das zunächst unter dem Hauptaspekt der Kampfkunst praktiziert wurde. In der Praxis wird ein aus verschiedenen Bildern bestehender Bewegungsablauf - die "Form" - geübt, wobei die Bewegungen langsam, harmonisch fließend, entspannt und ganz ohne Anstrengung ausgeführt werden. So können Achtsamkeit und Sensibilität gegenüber dem Körper erlangt und die Bewegungsmuster optimiert werden, indem festgefahrene Muster losgelassen werden.

Hier zeigt sich der gesundheitliche Aspekt des Taijiquan, denn durch beständiges Üben stellen sich ein ganz neues Körpergefühl und ein allgemeines Wohlbefinden ein. Gelingt es, die Taijiquan-Übungsprinzipien über die Bewegung hinaus in das alltägliche Handeln zu integrieren, so wird man feststellen, dass die zunächst am Körper geschulte Achtsamkeit und Sensibilität unser Denken und Handeln und somit sämtliche Lebensbereiche durchdringt und allmählich auch eine spirituelle Entwicklung einsetzt, die durchaus zu dem führen kann, was man in China als das "Einswerden mit dem Dao", in unserem Kulturkreis als mystische Erfahrung bezeichnen würde.